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ARCHITECTURAL DESIGN | Master Thesis Project | 'TANZT, TANZT, SONST SIND WIR VERLOREN' | Entwurf eines Zentrums für Tanz und Choreographie im Schöneberger Gasometer

Project description by the student

Der Schöneberger Gasometer liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg auf der sogenannten „Roten Insel“ oder auch Schöneberger Insel. Das Gebiet ist umschlossen von 3 Bahngleisen. Im Osten wird es begrenzt von der Wann- seebahn, im Westen von der Dresdener/Anhalter Bahn und im Süden liegen die Gleise der Ringbahn. Der Name „Rote Insel“ wird genutzt, da die Bevölkerung traditionell eher politisch links orientiert ist. Seit den 1980er Jahren erreicht die Partei Die Grünen oft weit über 20 Prozent der Wahlstimmen. Die Bevölkerung des Gebiets spiegelt interkulturelle Vielfalt wider und hat ein starkes, indentitätsstiftendes Zugehörigkeitsgefühl im Kiez entwickelt. 15,5 Prozent der ca. 12.100 Anwohner*innen sind Deutsche mit Migrationshintergrund und 21,6 Prozent sind internationale Bürgerinnen und Bürger. Der Zusammenhalt wird durch zahlreiche Nachbarschafts- und Bürgerhilfen gestärkt, sowie das große Angebot an Kinder- und Seniorenbetreuung. Auch Kunst, Tanz, Musik, persönlicher Ausdruck und Interkulturalität spielt eine große Rolle in den Geschäften in der Umgebung.

Der Entwurf eines internationalen Tanzzentrums greift dieses Gefühl im Kiez auf und bringt alle Menschen aller Kulturen und jeden Alters im Schöneberger Gasometer zusammen. Das Tanzzentrum spezialisiert sich nicht auf einen Tanzstil, sondern bietet allen Kulturen und Tänzen ein Zuhause und fungiert gleichzeitig als Begegnungsort. Hier kann das weit verbreitete klassisches Ballett und Modern Dance aufgeführt und trainiert werden, aber genauso haben Streetdance, höfische Tänze, Schwerttanz, Kathak und alle anderen Tänze ihre Daseinsberechtigung und können das Gebäude mit der gleichen Selbstverständlichkeit beleben.

Das Tragwerk des neuen Gebäudes besteht aus vier Stahlbetonkernen, die als Haupterschliessung dienen. In ihnen befinden sich Personenaufzüge, ein Lastenaufzug und Fluchttreppen, wodurch das ca. 87m hohe Gebäude einfach vertikal erschlossen werden kann. Die 0,3m starken Bodenaufbauten werden durch Kassettendecken aus Stahlbeton getragen, die eine Höhe von 1,5m haben. Durch dieses Tragwerk sind die einzelnen Ebenen ohne weitere Stützen frei gestaltbar und es entsteht eine Art „Regal“ in dem die einzelnen Kulturen mit verschiedenen Baustilen untergebracht und repräsentiert werden können. Die Anordnung der Ebenen und unterschiedliche Geschosshöhen geben den vertikalen Rhythmus des Gebäudes und teilweise auch der Nutzung vor.

Durch die quadratische Grundform der Ebenen entstehen unterschiedliche Abstände zwischen Gebäude und dem runden Gerüst des Gasometers, was einen den Zwischenraum immer anders erleben lässt. Eine zweite, nicht notwendige Erschliessung um die Ebenen herum, verstärkt dieses Erlebnis und erlaubt Einblicke von aussen auf die verschiedenen Geschosse.

Jede Ebene hat ein eigenes Thema, eine eigene Kultur, ein eigenes Material, einen eigenen Baustil. Immer wenn man eine neue Ebene betritt, kommt man in eine neue Welt. Mal mehr, mal weniger subtil werden verschiedene Regionen der Welt durch Material und Prinzipien der Bauweisen porträtiert. Die Vielfalt der Tänze und Kulturen wird differenziert dargestellt. Wenn man sich durch das Gebäude bewegt, können neue Begegnungen entstehen, neue Perspektiven auf den Tanz entdeckt und Differenzen überbrückt werden.

Es entsteht ein „Cultural Mix“, ein Schmelztiegel der Kulturen, vereint in einem Gebäude und eingerahmt durch das filigrane Tragwerk des Gasometers.

Student work by: Christina Pickel
Coachings by: Prof. Matthias Karch, Prof. Dan Schürch & Team IMD _Justus Max Hoven, Dr. Philipp Reinfeld, Nicolai Schlapps
Co-examiner: Prof. Dan Schürch
Examiner: Prof. Matthias Karch

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